Das Umweltmanagementsystem „Der Grüne Hahn“

Im Juni 2008 hat die St. Georgs Kirchengemeinde Wichmannsburg eine Umweltprojektgruppe eingerichtet, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, das kirchliche Umweltmanagementsystem „Der Grüne Hahn“ umzusetzen. Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannover hat, wie andere Landeskirchen auch, 2006 das Umweltmanagementprojekt  „Der Grüne Hahn“  nach Vorgaben des europäischen Umwelt-Audit-System EMAS (EU-Norm: Eco Management and Audit Sceme) eingeführt. Im Logo wird das christliche Symbol des Hahns verwendet, der nach biblischem Vorbild das Wächteramt in unseren Kirchen ausübt. Freiwillig daran teilnehmende Kirchengemeinden erarbeiten für die von ihnen betriebenen Anlagen Konzepte zur Energieeinsparung und zum allgemeinen Umweltschutz sowie zur (Arbeits-) Sicherheit. Sie werden dabei fachlich/organisatorisch durch die Landeskirche betreut. Der Auftrag, die Schöpfung zu bewahren, gehört zum Kernbestand der jüdisch-christlichen Überlieferung, an dem sich unsere kleine Gemeinde mit seinen Mitgliedern gerne beteiligt. Nach dem Projektstart 2008  hat die St. Georgs Kirchengemeinde Wichmannsburg nach Auswertung einer Bestandsaufnahme mit der Umsetzung von Maßnahmen begonnen.  Dieses findet, sofern notwendig und sinnvoll, in Abstimmung mit dem Bauausschuss und der Sicherheitsbeauftragten statt. Größere Projekte werden vor der Umsetzung dem  Kirchenvorstand vorgestellt und erst nach Zustimmung umgesetzt. Bislang wurden 60 Maßnahmen zur Erreichung von 9 Zielen definiert. Am 10. September 2011 wurde unsere Gemeinde durch einen externen Umweltgutachter in Anlehnung an die Europäische Umwelt-Audit-Verordnung EMAS erfolgreich zertifiziert. Im 4-jährigen Rhythmus, erstmalig im November 2015, findet eine Validierung bzw. Überprüfung der Zertifizierung statt. Hierbei wird durch einen externen Umweltgutachter eine Bewertung und Prüfung vorgenommen, um zu gewährleisten, dass das Projekt mit den vorgegebenen Anforderungen des Grünen Hahns konform ist. Der Erfolg, den unsere Gemeinde im ersten Bearbeitungszyklus von 2009 bis 2014 erzielen konnte, ist beachtlich:

  • Energieeinsparung: Im Vergleich zum Beobachtungszeitraum  2002 – 2008
  • konnte die Wärmemenge der Kirche in den Folgejahren im Durchschnitt um 18 % reduziert werden
  • konnte die Strommenge der Kirche in den Folgejahren im Durchschnitt um 10 % reduziert werden
  • ist der Wasserverbrauch im Gemeindehaus in den Folgejahren im Durchschnitt zwar nahezu unverändert geblieben, er konnte aber zumindest in den vergangenen drei Jahren deutlich um 6 bis 15 % gesenkt werden
  • ist der Stromverbrauch im Gemeindehaus in den Folgejahren im Durchschnitt zwar ebenfalls nahezu unverändert geblieben, er konnte aber auch hier zumindest in den vergangenen zwei Jahren deutlich um etwa 15 % gesenkt werden
  • konnte die Wärmemenge im Gemeindehaus in den Folgejahren im Durchschnitt um 8 % reduziert werden
  • Allgemeiner Umweltschutz: Hier wurden mehrere Maßnahmen zur Reduzierung von Verbrauchsmittel, zur Abfallvermeidung und –reduzierung, zur Bestands- und Zustandserhaltung und zur Informierung der Mitarbeiter und Gemeindemitglieder umgesetzt. Kein dringender Handlungsbedarf wurde dagegen zur ökologischen Verbesserung der Außenanlagen gesehen. Ein geringer Versiegelungsgrad, eine in weiten Bereichen naturnah gehaltene und bis an die Ilmenau reichende Grünfläche sowie eine vorbildliche naturverträgliche Pflege der Außenanlage durch unsere Mitarbeiter ergeben erfreulicherweise das Bild  „Grüne statt graue Kirche“.
  • Sicherheit: Die Evangelische Fachstelle für Arbeits- und Gesundheitsschutz (EFAS) überprüft in regelmäßigen Abständen die Bedingungen in unserer Kirchengemeinde. Begleitend hierzu werden gemeinsam mit der Sicherheitsbeauftragten Giesela Frischmuth durch die Umweltgruppe 16 Maßnahmen zum Thema Sicherheit bearbeitet.

Die Umweltgruppe „Der Grüne Hahn“ freut sich über Hinweise und Vorschläge im Sinne des Umweltschutzes in unserer Kirchengemeinde sowie über Mitarbeit. Das Team trifft sich derzeit regelmäßig zu ihren beiden Jahressitzungen im Frühjahr und im Herbst. Diejenigen, die sich mit einbringen möchten, können sich gerne mit Kai Elvers (kai.elvers@t-online.de) in Verbindung setzen.