Der Schnitzaltar in Wichmannsburg

Altenmedinger Schnitzaltar

Seit etwa 1500 gehörten auch die Gemeinden Wichmannsburg und Altenmedingen zum Besitz des Klosters Medingen. Aus dieser Zeit stammt auch der Schnitzaltar, der heute in der Kirche in Wichmannsburg zu sehen ist. Er entstand, wie auch der Altar in der Kirche von Altenmedingen, etwa um das Jahr 1400 in der Werkstatt von Levin Storch in Hildesheim und war für die Klosterkirche in Medingen geschaffen worden.

In der Klosterkirche von Medingen, die nach dem Heiligen Mauritius benannt wurde, soll sich auch eine Reliquie des Heiligen Mauritius befinden. Mauritius, der aus Theben in Ägypten stammen soll, gehörte der Römischen Legion an. Im Jahre 290 nach Christi sollen er und andere Römische Soldaten, deren Anführer er war, auf Anordnung des Römischen Kaisers Maximilian enthauptet worden sein, weil sie sich geweigert hatten andere Christen anzugreifen und zu töten und auch weil er sich geweigert haben soll, als getaufter Christ römischen Göttern Opfer darzubringen. Bereits seit dem 4. Jahrhundert wird Mauritius, dessen Hautfarbe dunkel gewesen sein soll, als Heiliger verehrt.

Nicht weit entfernt von Wichmannsburg, ebenfalls an der Ilmenau gelegen, existierte um 1252 die Ortschaft Boythelendorpe, die damals vermutlich von Slawen bewohnt war. 1578 ließ der Abt des Michaelisklosters zu Lüneburg, Abt Eberhard, nahe dieser Ortschaft, die später Grünhagen genannt wurde, ein Abteihaus errichten. Landwirtschaftlich betriebene Gebäude kamen bald hinzu. Auch im nahe gelegenen Bienenbüttel, einstmals Biangibudiburg genannt, ließen die Äbte des Michaelisklosters in Lüneburg eine Kirche errichten, die St. Michaelis-Kirche. Während nun die Kirchen von Altenmedingen und Wichmannsburg dem Kloster Medingen angehörten, gehörte die Michaelis-Kirche in Bienenbüttel zu Grünhagen und somit zum Michaeliskloster Lüneburg.

Michael Jorek