Das Kloster in Medingen und die Mauritius-Kirche

Schon im Jahre 1162 wird die Ortschaft Altenmedingen (damals noch Medingen genannt) erstmals urkundlich erwähnt, als Heinrich der Löwe dem Probst und Domkapitel 27 Mark vom Zoll der Stadt Lübeck verlieh. Als Zeugen unterschrieben 24 Nobile (das sind Adlige) und Kirchenfürsten, unter ihnen auch Otto von Meding. Aus einer Verkaufsakte aus der Zeit um 1200 zwischen dem Ritter Otto II. von Meding und seiner Familie auf der einen Seite und der Kirche von Bodendorp (heute Bohndorf) geht hervor, dass es damals schon eine Kirche in Altenmedingen gegeben hat. Etwa in dieser Zeit beginnt auch die Geschichte der Dörfer um Altenmedingen herum, die eng mit der Familie von Meding verbunden ist.

Es war im Jahre 1228, als der Zisterzienserbruder Johannes während seiner Arbeit auf dem Felde eine himmlische Eingebung hatte. Er glaubte eine Stimme zu hören, die ihn aufforderte ein Kloster zu gründen. Noch im gleichen Jahr gestattet ihm der Magdeburger Erzbischof Albrecht II. westlich der Elbe einen geeigneten Ort für sein Vorhaben zu suchen. Sein Auftrag lautete, die dort lebenden heidnischen Wenden zu missionieren.  Daraufhin macht sich der Zisterzienserbruder Johannes mit vier Nonnen, Clementina, Anthonia, Floria und Zacharia, alle aus dem Katharinenkloster in Wolmirstedt bei Magdeburg stammend, auf den Weg, um einen Ort zu finden, der geeignet schien einen Konvent des Klosters zu gründen. Auf ihrer Suche nach einem geeigneten Ort gelangen sie zuerst nach Restorf (Höhbeck an der Elbe), dann nach Plate (bei Lüchow gelegen). Schließlich finden sie einen Ort, in dem es sogar schon eine Kirche gibt und der dazu geeignet erscheint dort ein Klosters zu gründen. Es ist die Ortschaft Bodendorp, das heutige Bohndorf.

Nach dem Tod des Zisterzienserbruders Johannes im Jahre 1237 überlässt das Kapitel  des Mönchsklosters in Rastede ihren Besitz in Bohndorf den vier Nonnen zur Klostergründung. Hier wählen sie dann auch ihren ersten Probst Helmke (auch Helmerich oder Helmolt genannt), wobei sie in ihrem Vorhaben von den Rittern zu Meding unterstützt werden. Doch als es mehrfach zu Plünderungen kommt und schließlich, im Jahre 1240, Probst Helmke von wendischen Bauern erschlagen wird, verlassen die Nonnen Bohndorf und ziehen nach Altenmedingen (damals noch Medingen genannt). Daraufhin überlässt Gebhard junior von Meding auf  Drängen seiner Frau 1241 den Nonnen eine Hofstätte mit Garten und die aus dem 12. Jahrhundert stammende Burg-Kapelle der Ritter von Meding in Altenmedingen. Am 24. August 1241, dem Bartholomäustag, wird das Kloster eingeweiht. Als Schutzpatronen der Kirche gelten fortan die Heilige-Mutter-Gottes Maria und der Heilige Mauritius. In den Jahren von 1241 bis 1336 wurde einstige Burg-Kapelle, die jetzt dem Kloster gehörte, zu einer Kirche ausgebaut, indem man sie nach Osten hin erweiterte und mit einem Chorraum versah.

Kirche St. Mauritius in Altenmedingen

Aber auch in Altenmedingen schien es sehr unruhig gewesen zu sein. Die Ortschaft lag nahe einer befahrenen Handelsstraße. Im Laufe der Zeit soll es öfters es zu Plünderungen gekommen sein. Doch für eine vollständige Ummauerung des Klosters schien damals kein Platz vorhanden gewesen zu sein. So erwarb daher im Dezember 1323  Probst Christian von den Rittern Grote für das Kloster die Ortschaft Zellensen, das heutige Medingen. 1336 erfolgte dann eine erneute und diesmal endgültige Verlegung des Klosters, und zwar nach Zellensen. Der Name der Ortschaft wird sich nun bald in Medingen verändern und aus dem alten Medingen wird Altenmedingen werden.

Heutiger Chorraum der St. Mauritius-Kirche

Im 16. Jahrhundert beherbergte das Kloster in Medingen weit über 100 Nonnen. Viele der Nonnen entstammen reichen Patrizierfamilien aus Lüneburg. Zahlreiche Schenkungen, welche die Familien ihren Töchtern beim Eintritt in das Kloster mit auf den Weg gaben, machten das Kloster reich. So erwarb sich das Kloster schon früh Rechte an der Saline in Lüneburg. Es war 1494 als das Kloster in Medingen, dass bisher als Konvent geführt wurde, zur Abtei wird und die Priorin Margarete Puffen zur ersten Äbtissin des Klosters gewählt wird. Ihr Markenzeichen: Der Krummstab, den sie eigens dafür in Auftrag gab und der noch heute im Kloster zu bewundern ist.